Der Botanische Garten Mellenthin: Entdeckt Usedoms Flora

Sonneninsel Usedom Der Botanische Garten Mellenthin: Entdeckt Usedoms Flora

Im Herzen von Mellenthin liegt ein Garten, der mehr ist als nur eine Sammlung heimischer Pflanzen: Der Botanische Garten Mellenthin ist eine lebendige Leinwand, die die Geschichte der Usedomer Pflanzenwelt erzählt. Wir nehmen euch mit auf eine Reise durch duftende Gärten, die sowohl Anfänger als auch erfahrene Botaniker verzaubern werden.

  • Luisa Wedemeier
  • 17. Mai 2024

Von farbenfrohen Blüten bis zu den einheimischen Wildblumenwiesen – der Botanische Garten Mellenthin ist ein Fest für alle Menschen mit grünem Daumen. Erfahrt in diesem Beitrag mehr über die Geschichte von Botanischen Gärten und darüber, warum und wann sich ein Besuch im Botanischen Garten Mellenthin für euch besonders lohnt.

Was ist ein Botanischer Garten?

Viele von euch haben schon mal etwas über Botanische Gärten gehört, denn es gibt sie in vielen unterschiedlichen Städten. Aber was genau sind Botanische Gärten und was unterscheidet sie von einem normalen Park?

In Botanischen Gärten werden dokumentierte Sammlungen von lebenden Pflanzen präsentiert. Diese Sammlungen sind für die wissenschaftliche Forschung, den Erhalt der Art oder für die Ausstellung und Bildung gedacht. Sie können staatlich, städtisch, universitär oder privat gefördert werden.

Aber nicht nur Pflanzensammlungen sind im Botanischen Garten beherbergt, tatsächlich stellen Botanische Gärten auch natürlich angelegte Ökosysteme dar, die von unterschiedlichen Tierarten bewohnt werden. Diese fantastischen Gartenanlagen bieten euch also eine Reise in die Welt der Flora und Fauna unserer Erde.

Was ist die Geschichte der Botanischen Gärten?

Um mehr über die Entstehung der Botanischen Gärten zu erfahren, müssen wir uns zunächst gemeinsam auf eine Reise in die 1540er Jahre begeben. Die ersten “offiziellen” Botanischen Gärten wurden etwa um diese Zeit in Italien gegründet, genauer genommen in den Regionen Padova, Pisa, Florenz und Bologna. Damals beherbergten diese Gärten noch hauptsächlich Heilkräuter, welche zur medizinischen Forschung und Lehre gepflanzt wurden. Angehende Mediziner konnten so die Kraft der Heilkräuter studieren, ohne nur auf die Zeichnungen der Pflanzen angewiesen zu sein. Man gruppierte die Pflanzen zu dieser Zeit noch nach ihren Wirkstoffen, ganz wie bei seinen Vorgängern den klösterlichen Kräutergärten.

Das Interesse für die Erforschung der Natur und Vegetation begann sich im 17. Jahrhundert auf der Welt zu verbreiten. Somit fingen die Botanischen Gärten an, sich von der rein medizinischen Handhabung hin zu umfangreichen und exotischen Pflanzensammlungen zu entwickeln. Das Ansehen eines Botanischen Gartens hing sehr von seinem Umfang und den Pflanzenarten ab, die der Garten vorwies.

Durch die Entdeckungsreisen der verschiedenen Kontinente gelangten nach und nach „neue Arten” von Pflanzen nach Europa. Die Herausforderung war jedoch für diese Pflanzen ein gutes und vor allem einheitliches System für die Bestimmung zu entwickeln. Bei der Planung setzte sich das binäre System “Nomenklatur” von Carl Linné durch. Das System besagt, dass eine Pflanze durch ihren Gattungs- und Artnamen beschrieben wird. Jedes Tier und jede Pflanze erhielt mit dem System nach Linné einen zweiteiligen lateinischen Namen, mit welchem auch der Artbegriff festgelegt wurde. Beispielsweise heißt die Edelkastanie, die bei uns in Europa heimisch ist, “Castanea Sativa”, oder das Gänseblümchen “Bellis perennis”.

Ein Blick auf einige Pflanzen im Botanischen Garten, LOKI SCHMIDT in Hamburg. © Adobe Stock, Creatiberia
Weltweit gibt es etwa 2.500 Botanische Gärten, die meisten im Norden mit exotischen Südpflanzen. © Adobe Stock, Creatiberia

Wie viele Botanische Gärten gibt es?

Es gibt weltweit etwa 2.500 registrierte Botanische Gärten. Die meisten davon liegen im Globalen Norden. Na klar, denn der größte Teil der Pflanzen, die in den Botanischen Gärten ausgestellt werden, entstammen dem südlichen Teil der Welthalbkugel. Andersherum ist es eher nicht so, denn eine Vielzahl der für uns im Norden als “exotisch” empfundene Pflanzen, wird in den südlichen Regionen als heimisch angesehen. Übrigens befindet sich der größte Botanische Garten Deutschlands in Berlin Dahlem. Auf 43 Hektar werden dort etwa 22.000 Pflanzenarten präsentiert. Dieser Garten wird durch die Freie Universität wissenschaftlich begleitet.

Was macht man im Botanischen Garten?

Botanische Gärten laden zum Spazieren und Schlendern ein, aber besonders die Botanik Liebhaber und Pflanzeninteressierte können in den umfangreichen Botanischen Gärten auf ihre Kosten kommen. In seiner heutigen Form dienen Botanische Gärten jedoch vorwiegend dem Ziel Wissen zu vermitteln. Hinsichtlich des Artenschutzes stehen die Gärten für das Motto: “Nur was der Mensch kennt, wird er auch schützen”.

In Botanischen Gärten gibt es manchmal auch interessante Veranstaltungen wie Vorträge zu bestimmten Themen. Schulklassen besuchen die Gärten auch öfter, um das Interesse der Kinder für die Natur und ihre Lebewesen zu fördern. Ganz gleich auf welche Art, ein Besuch ist wirklich immer sehenswert.

Was gibt es in Usedoms Botanischen Garten Mellenthin zu sehen?

Als Besucher erlebt man zur richtigen Zeit im Botanischen Garten Mellenthin auf den über vier Kilometer langen grünen Wegen des Gartens, mehrere eindrucksvolle Themengärten. Jeder dieser Gärten ist mit einer großen Auswahl aus einer unterschiedlichen Pflanzenpracht ausgestattet. Auf mehreren Sitz- und Ausruhmöglichkeiten können die Besucher dieses Gartens entspannen und ihre Batterien bei sanften Klängen von Natur pur wieder aufladen.

Mit einer Fläche von 60.000 qm ist er der größte Botanische Garten in Mecklenburg-Vorpommern und ist aus einer rein privaten Initiative entstanden. In diesem Garten sind vorwiegend Pflanzen aus der heimischen Botanik beherbergt. Dabei können knapp 50.000 Pflanzen und mehr als 1.000 unterschiedliche Arten bestaunt werden. Alle Pflanzen sind umfangreich auf den Sprachen Latein, Deutsch und Polnisch beschriftet.

Beeindruckend ist auch die große Anzahl der verwendeten Natur­steine. Zur Verteilung und Anordnung der unterschiedlichen Pflanzen wurden insgesamt ca. 750 Tonnen Natur- und Feldsteine in Usedoms Botanischen Garten Mellenthin eingearbeitet. Dies verleiht ihm einen sehr natürlichen Charakter. Schaut euch genau um und erweitert auch gleich das eigene Pflanzenwissen.

Ein schöner Rundgang durch einen grünen Garten mit einer Sitzbank. © Adobe Stock, tom
Der botanische Garten Mellenthin verzichtet gänzlich auf Glashäuser – hier könnt ihr die Natur ganz natürlich erleben. © Adobe Stock, tom

Wie ist der Botanische Garten Mellenthin angeordnet?

Der Garten besteht aus 10 Einzelgärten, die fast alle mit Hecken umgrenzt sind, sodass sie nur einzeln einsehbar sind. So soll euch die Möglichkeit gegeben werden die jeweiligen Bereiche alle ausgiebig und in Ruhe zu erkunden. Der Botanische Garten Mellenthin verzichtet ganz auf Gewächs- oder Glashäuser, denn sie möchten ihre Besucherinnen und Besucher viel mehr mit abwechslungsreichen, heimischen Pflanzen verzaubern. Wir haben hier für euch einmal eine kleine Übersicht über die 10 Themenbereiche des Gartens.

Der Grüne Garten

Im Grünen Garten befindet sich vorwiegend eine Sammlung aus Nadelbäumen und einigen immergrünen niedrig wachsenden Pflanzen (Bodendeckern). Ihr könnt hier auch etwa 8.000 Tulpen, Bodendeckerrosen, Azaleen und Glockenheide entdecken.

Der frühe Staudengarten

Hier könnt ihr vor allem Stauden finden, die im späten Frühjahr und Sommeranfang blühen. Außerdem sind in diesem Einzelgarten Kastanien und unzählige Hyazinthen gepflanzt.

Der Rosengarten

Wie der Name bereits vermuten lässt, könnt ihr im Rosengarten mehr als 100 unterschiedliche Rosen erblicken. Diese sind zusätzlich durch Bodendeckenrosen und anderen bodendeckenden Pflanzen unterpflanzt. Eine Unterpflanzung ist das Bepflanzen der Pflanzen mit anderen Pflanzen, die nicht miteinander um Nährstoffe konkurrieren. Die Unterpflanzung durch die Bodendecker soll die Erde vor dem Austrocknen schützen, Bienen zum Bestäuben anregen sowie einen spontanen Unkrautbewuchs verhindern.

Der späte Staudengarten

Im Gegensatz zum frühen Staudengarten befinden sich im späten Staudengarten vor allem Stauden, die im Spätsommer und Herbst ihre Blütezeit haben. Außerdem könnt ihr hier auch unzählige Schneeglöckchen, Krokusse und Märzenbecher entdecken.

Der Garten am Hang

Das Kernelement dieses Gartenbereiches bilden drei Feldsteinterrassen. Ebenso zeichnet sich dieser durch eine ausgewogene Mischung aus “früh” und “spät” blühenden Stauden aus. Die Steinterrassen werden von mehr als 150 Waldreben und mehr als 250 Polster- und Teppich-Phlox von unten nach oben berankt.

Die Liegewiese

Der Themenbereich wird seinem Namen vor allem durch die Sitz- und Picknickgelegenheiten gerecht. Außerdem bietet die Liegewiese auch eine große Teichanlage unter den 100-jährigen Birken und grenzt direkt an das begehbare Waldstückchen. Umschlossen ist die Liegewiese von Blutbuche, Hainbuche und Wildflieder.

Rote Äpfel an einem Apfelbaum.
Der Obstgarten im Botanischen Garten Mellenthin beherbergt einige heimische Obstbäume. © Adobe Stock, focus finder

Der Obstgarten

Im Obstgarten findet ihr die üblichen heimischen Obstbäume und Obststräucher. Zum Beispiel wachsen hier Apfel- und Birnenbäume, Kirschbäume oder Himbeer- und Brombeersträucher. Im Frühjahr ist dieser Bereich besonders sehenswert, denn dann blühen die Bäume wunderschön. Im Obstgarten könnt ihr neben den Obstbäumen auch einen kleinen Weinberg mit unterschiedlichen Weinreben sehen.

Der Heidegarten

Der Heidegarten beherbergt verschiedene Heidearten. Von Sommerheide über Winterheide bis zu irischer Glockenheide gibt es auch in diesem Themenbereich jede Menge zu entdecken. In diesem Bereich wachsen auch mehr als 7.000 Tulpen in unterschiedlichsten Farben. Auch eine Hecke aus dem heimischen Sanddorn ist im Norden dieses Themenbereichs zu entdecken.

Der Rhododendrongarten

Jedes Jahr im Mai blüht die Alpenrose oder auch Rhododendron genannt. Damit die Blütezeit dieses Gartens noch etwas weiter verlängert wird, wurden die Rhododendrenbeete teilweise mit sommerblühenden Bodendeckern, Pfingstrosen, Hortensien und Hibisken bepflanzt.

Der Ziersträuchergarten

Wie der Name bereits aussagt, werden in diesem Themenbereich unterschiedliche Ziersträucher gezeigt. Die Bepflanzung durch Ziersträucher hat auch einen bestimmten Grund. Zum einen die unterschiedliche Farb- und Formgestaltung, aber vor allem zur Minimierung des Einsatzes von chemischen Gartenpflegemitteln bei der Bekämpfung von Schädlingen. Wie das geschieht? Die Ziersträucher gelten als Nahrungsquelle und als Schutz für Vögel. Vögel gelten in diesem Fall als natürliche Schutzmaßnahme gegen Insekten und ersetzen somit den Einsatz von Pestiziden.

Der Steingarten

Der letzte Einzelgarten besteht aus einer Vielzahl von Feldsteinen, die sich jeweils durch ihre Form, Farbe und Größe unterscheiden. Für diesen Bereich wurden auch die passenden Pflanzen ausgesucht. Hier endet der Rundgang des Botanischen Gartens Mellenthin.

Ein blühender Rosenstrauch mit einer Sitzbank dahinter. © Adobe Stock, Kara
Der botanische Garten Mellenthin lohnt sich natürlich zu jeder Jahreszeit, doch gerade im Frühling könnt ihr das Aufblühen der vielen Pflanzen besonders gut erleben. © Adobe Stock, Kara

Und wann solltet ihr den Botanischen Garten Mellenthin besuchen?

Für die richtige Portion Blütenzauber eignet sich der Frühling besonders gut. Die unterschiedlichen Pflanzen blühen aber auch teilweise bis in den späten Herbst hinein. Je nachdem für welche Pflanzen ihr euch besonders interessiert, könnt ihr euren Besuch natürlich auch hinsichtlich des Blütemonates anpeilen. Das Aussehen des Gartens ändert sich im Jahresverlauf aufgrund der Vielzahl an Pflanzen permanent. Somit ist der Besuch zu jeder Jahreszeit ein neues Erlebnis.

Sind Hunde im Garten Mellenthin erlaubt?

Im Botanischen Garten Mellenthin wird ein großer Wert daraufgelegt, dass alle seine Besucherinnen und Besucher eine angenehme Zeit haben. Zum Schutz der Pflanzen und der Gewährleistung der Sicherheit aller Gartenbesucher, einschließlich der Kinder und anderer Tiere, sind Hunde leider in dieser Gartenanlage nicht gestattet. Bitte achtet also darauf, entweder jemanden mitzunehmen, der mit eurem Hund draußen warten kann, oder plant euren Ausflug so, dass der Hund von Anfang an nicht mitgenommen werden muss.

Wie könnt ihr den Botanischen Garten erreichen?

Den Botanischen Garten Mellenthin findet ihr im Chausseeberg 1, 17419 Mellenthin. Am Schönsten ist es, ihr nutzt ihn als Ziel für eine Fahrradtour über die Sonneninsel. Von unseren Unterkünften aus ist der Garten aber auch sehr gut per Auto oder Bus zu erreichen.

  • Mit dem Auto:
    Der einfachste Weg von unseren Ferienwohnungen in der Dünenstraße zum Botanischen Garten ist mit dem Auto über die Neue Strandstraße Richtung Süden zu fahren und nach dem Kreisverkehr weiterhin auf dieser Straße zu bleiben. Nehmt nach 400 m die zweite Ausfahrt im Kreuzverkehr in Richtung Möskenweg und folgt der Straße 900 m. Als nächstes biegt ihr links auf die Ahlbecker Straße/B111 ein und folgt ihr etwa 16 km. Nach 16 km biegt ihr recht ab um weiterhin auf der B111 zu bleiben und biegt nach 9,4 km wieder nach rechts ab. Nun seid ihr im Chausseeberg 1 und könnt den Botanischen Garten besuchen.
  • Mit dem Bus:
    Wenn ihr aus der Dünenstraße starten möchtet, dann geht ihr etwa 15 min zu Fuß bis nach Zinnowitz und schnappt euch dann den RB23 Bus Richtung “Swinoujscie C” und fahrt etwa 18 min bis zur Station Ückeritz. In Ückeritz geht ihr 4 min bis zur Station Ückeritz Schule. Von dort schnappt ihr euch den Bus 283 Richtung “Usedom Geschwister-Scholl-Straße” und fahrt 30 min bis zur Station Mellenthin Botanischer Garten. Jetzt noch ein paar Schritte und ihr seid da.

Ein Ausflug in die Farben und Arten Vielfalt von Usedoms Natur

Jetzt wo es wieder wärmer wird und es überall blüht, lädt euch der Botanische Garten Mellenthin zu einem entspannten Picknick oder einem beruhigenden botanischen Spaziergang ein. Lasst euch von all der Pflanzenvielfalt verzaubern, lauscht dem Bienen Summen und genießt die Ruhe, die euch die Natur gibt.

Nachdem ihr euren ausgiebigen Erholungsspaziergang im Botanischen Garten beendet habt, könnt ihr in unseren Strandvillen Wald & See mit direkter Lage zur Zinnowitzer Strandpromenade übernachten und den Erlebnistag am Strand Revue passieren lassen. Hunde sind mit Anmeldung bei uns herzlich willkommen. Wohl gestärkt beendet ihr euren Abend auf Usedom mit leckerem Essen im Restaurant Lineti oder im Promenadenrestaurant Oase am Meer. Eigentlich steht eurem Ostseeurlaub mit Botanik Schwerpunkt nichts mehr im Weg, also schnappt euch eure Koffer und packt los!

Wir freuen uns auf euch!

Beitragsbild: © Adobe Stock, Meeintha

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