Wanderlust trifft Naturromantik: Entdeckt Gnitz auf Usedom

Sonneninsel Usedom Wanderlust trifft Naturromantik: Entdeckt Gnitz auf Usedom

Seid ihr auch davon überzeugt, dass wahre Schönheit in der Natur liegt? Im Nordwesten unserer Sonneninsel Usedom liegt die friedvolle und verträumte Halbinsel Gnitz - ein echter Geheimtipp für jeden Naturliebhaber und Wanderfreund. Lasst uns gemeinsam dieses Juwel entdecken!

  • Jan-Lucas Strulik
  • 29. Mai 2024

Von inspirierenden Wanderwegen, dichten Wäldern, stillen Buchten, eindrucksvollen Steilufern und flauschigen Schafen bis hin zu einem einzigartigen Panorama über die Weiten des Achterwassers: Das ist die Halbinsel Gnitz. Mit ihrer reichhaltigen Flora und Fauna lädt sie euch ein Usedom von seiner natürlichsten Seite zu erleben. Wir zeigen euch heute wo ihr dieses kleine Naturparadies finden könnt und was euch dort für einzigartige Erlebnisse und spannende Entdeckungen erwarten. Bleibt dran, denn Gnitz wird euren nächsten Urlaub auf Usedom zu einem unvergesslichen Erlebnis machen!

Wo liegt die Halbinsel Gnitz?

Trotz ihrer unberührten Natur und atemberaubenden Idylle wird die Halbinsel Gnitz von vielen Besuchern unserer Sonneninsel oft übersehen. Sie erstreckt sich südlich von Zinnowitz als schmale Landzunge in die Umgebung des Achterwassers im Osten und in die Bucht Krumminer Wiek im Westen. Als Teil des Usedomer Hinterlands beheimatet Gnitz die Gemeinde Lütow mit den Ortsteilen Neuendorf und Netzelkow sowie die Nachbarsinsel Görmitz.

Um Gnitz zu erreichen, könnt ihr von Zinnowitz aus Richtung Süden fahren und dem Neuendorfer Weg folgen. So kommt ihr auf direktem Wege auf die Halbinsel. Die Strecke lässt sich wunderbar mit dem Auto oder bei einem gemütlichen Tagesausflug mit dem Fahrrad zurücklegen. Der Weg führt euch vorbei an üppigen Wiesen, weiten Feldern und malerischen Landschaften, die jetzt im Frühling und Sommer in voller Blüte stehen. Auf der Halbinsel angekommen, erwartet euch abseits der touristischen Gegenden ein Ort der Ruhe und Schönheit an dem die Zeit stillzustehen scheint. Ihr erlebt dort nicht nur Momente der tiefen Achtsamkeit, des Seelenfriedens und der innigen Verbindung mit der Natur. Ihr könnt auch die klare Luft mit dem wohlriechenden Duft der umliegenden Wälder und Wiesen in vollen Zügen genießen. Gibt es etwas Schöneres?

Was macht Gnitz so besonders?

Die Halbinsel Gnitz bietet eine erfrischende Abwechslung zu den belebten Stränden und touristisch geprägten Gegenden Usedoms. Während viele von uns an sonnigen Tagen gemütlich die Strandpromenade entlangschlendern, die einzigartige Bäderarchitektur bewundern und dabei ein köstliches Fischbrötchen genießen, erwartet euch Gnitz mit seinem ganz eigenen Charme: Hier verbindet sich das Wesen der Ostsee mit dem Geist der Natur. Begleitet vom beruhigenden Wellenrauschen, könnt ihr auf den vielfältigen Wanderwegen all das erleben, was das Herz begehrt: Versteckte Buchten laden zum Verweilen ein, während euch die verschlungenen Pfade durch kontrastreiche Naturschauspiele führen und die Vielfalt an Landschaftsformen auf der Halbinsel eröffnen.

Vielfalt der Landschaften

Besonders die Vielfalt der Landschaften zeichnet Gnitz im Kern aus. Die zumeist hügelige Landschaft der Halbinsel wird durch unterschiedliche Naturkulissen geprägt: Im Osten verläuft eine Flachküste zum Achterwasser, die von Schilfflächen und kleinen Sandstränden durchzogen wird. Im Westen erheben sich entlang der Bucht Krumminer Wiek imposante Steilufer, bewaldete Höhenzüge sowie Feuchtbiotope am Rintnitz und am Geisesee. Charakteristisch für den Norden der Halbinsel sind vor allem sumpfige Wald- und Moorgebiete, die aus dem größtenteils verlandeten Stumminer Strom entstanden sind. Im Süden liegt das Naturschutzgebiet „Südspitze Gnitz“, welches durch Heidevegetation, Trockenrasengebiete sowie die blühende Salzwiese am Möwenort gekennzeichnet wird. Hier könnt ihr abseits des Trubels die Natur genießen und einfach mal die Seele baumeln lassen.

Seltene Pflanzenarten und blühende Wiesen

Auf euren Wanderungen erlebt ihr zudem die Vielfalt seltener Pflanzenarten, die Gnitz so besonders machen. Die Pfade führen euch vorbei an blühender Torfheide, seltenen Farnen, Orchideen, Knabenkraut und bunten Wiesenblumen. Ihr entdeckt dabei auch unterschiedliche Wildblumarten, wie zum Beispiel das Wiesenschaumkraut oder Glockenblumen, die die Wiesen auf Gnitz in ein farbenfrohes Blütenmeer verwandeln. Könnt ihr euch einen schöneren Ort zum verweilen vorstellen?

An einem steilen Küstenufer der Halbinsel Gnitz auf Usedom führt ein Sandweg entlang. © Adobe Stock, riebevonsehl
Die bewaldeten Steilufer der Halbinsel Gnitz bieten euch einen atemberaubenden Ausblick auf die umliegenden Gewässer. © Adobe Stock, riebevonsehl

Welche Tierarten sind auf Gnitz zu finden?

Gnitz ist nicht nur ein Naturparadies, sondern lädt auch gleichermaßen zur Tierbeobachtung ein. Wir haben euch die faszinierendsten Tierarten hier einmal zusammengetragen, die ihr mit etwas Glück auf der Halbinsel entdecken könnt:

  • Seeadler
    Diese anmutigen und erhabenen Vögel lassen sich mit ihrem breiten Flügelschlag hin und wieder über dem Achterwasser erblicken.
  • Uferschwalben
    Die lebhaften und flinken Luftakrobaten nisten gerne in den Sandhängen der Halbinsel und sind häufig in der Gegend rund um den Weißen Berg zu sichten.
  • Fischotter
    Auch diese eher scheuen Tiere könnt ihr mit etwas Geduld entlang des Schilfgürtels am Achterwasser bei ihren spielerischen Aktivitäten beobachten.
  • Reiherente
    Die Reiherenten mit ihrem charakteristischen schwarz-weißen Gefieder gleiten elegant über die ruhigen Gewässer des Achterwassers. Dabei lässt sich wunderbar der eine oder andere schöne Schnappschuss erhaschen.
  • Blässralle
    Die Blässrallen, vielen auch bekannt als Blässhühner, besiedeln zumeist die Schilfzonen und Feuchtgebiete im Norden der Halbinsel.
  • Schwarze Schafe
    Ein weiteres Highlight der Halbinsel sind die schwarzen Schafe. Es handelt sich dabei um die gefährdete Rasse der Rauhwolligen Pommerschen Landschafe, die eine lange Tradition auf Gnitz haben und wesentlich zur Erhaltung der Kulturlandschaft beitragen. Ihr unverwechselbares Äußeres macht sie zu einem beliebten Fotomotiv.

Besonders in den frühen Morgenstunden oder am späten Nachmittag, lässt sich die reiche Artenvielfalt auf Gnitz in ihrer natürlichen Umgebung beobachten – ein Naturschauspiel, welches atemberaubende Momente schafft, die euch für immer in Erinnerung bleiben werden.

Auf dem Gnitz auf Usedom stehen zwei Rauwollige Pommersche Landschafe stehen auf einer Wiese. © Adobe Stock, gebut
Die seltenen Rauwolligen Pommerschen Landschafe sind durch ihr charakteristisches Äußeres mit ihrer Teils schwarzen Wolle ein beliebtes Fotomotiv. © Adobe Stock, gebut

Wo erlebt man die Geschichte der Halbinsel Gnitz?

Die Halbinsel Gnitz ist jedoch nicht nur ein Paradies für Naturliebhaber und Tierbeobachter, sondern auch ein Ort voller Geschichte. Die Spuren der Vergangenheit sind hier allgegenwärtig und flüstern uns spannende Geschichten aus längst vergangenen Zeiten:

Großsteingräber bei Lütow

Ein beeindruckendes Zeugnis der frühen menschlichen Besiedlung der Region ist das megalithische Ganggrab bei Lütow. Das Großsteingrab stammt aus der Jungsteinzeit um 3000 v. Chr. Es wurde von der Trichterbecherkultur errichtet. Es ist das Einzige seiner Art auf Usedom und besteht aus mächtigen Steinplatten, die einen Gang und mehrere Grabkammern formen. Zwei dieser Grabkammern sind heutzutage noch erhalten. Eine imposante Buche steht inmitten der Anlage und beschattet die Szenerie, wodurch dem gesamten Ort eine mystische Atmosphäre verliehen wird.

St.-Marien-Kirche in Netzelkow

Ein besonderes historisches Highlight auf Gnitz ist die St.-Marien-Kirche in Netzelkow. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert und beeindruckt durch ihr spätmittelalterliches Portal und dessen schmiedeeiserne Beschläge. Die Kirche war einst das spirituelle Zentrum der Region und zeugt von alten Geschichten des Glaubens und der Gemeinschaft. Eine interessante Kuriosität bei dieser Kirche ist, dass der Glockenstuhl nicht mehr auf der Kirche steht, sondern daneben. In ihm wird die älteste Glocke Pommerns aus dem 14. Jahrhundert beherbergt.

Gutshäuser und alte Anwesen in Neuendorf und Netzelkow

Die Adelsfamilie von Lepel spielte eine bedeutende Rolle in der Geschichte von Gnitz. Seit dem 13. Jahrhundert war sie dort bis zur Bodenreform 1945 ansässig und besaß große Teile der Halbinsel. Die Überreste der Gutshäuser und Anwesen der Familie sind für uns auch heute noch interessante Zeugnisse dieser Geschichte, die eng mit der Entwicklung der Region verbunden sind. Besonders das Gutshaus in Neuendorf aus dem 19. Jahrhundert führt uns eindrucksvoll die einstige Pracht der pommerschen Adelsfamilie vor Augen. Ein Abstecher dorthin lohnt sich in jedem Fall bei eurem Besuch.

Vergangenheit in der DDR – Erdölförderung auf Gnitz

Auch wenn man es bei dieser naturbelassenen Schönheit nicht vermuten würde: Zu Zeiten der DDR war Gnitz ein bedeutender Standort für die Erdölförderung. 1965 wurde in tiefen Gesteinsschichten unter der Halbinsel das erste Mal Erdöl gefunden. Im Jahre 1966 begann die Förderung. Das Erdölvorkommen war das Größte der gesamten DDR und trug erheblich zur Energieversorgung bei. Heute sind die Anlagen weitestgehend stillgelegt, zeugen jedoch noch als Überreste von dieser jüngeren Geschichte der Halbinsel.

Eine stillgelegte Anlage zur Ölförderung auf der Halbinsel Gnitz auf Usedom. © Adobe Stock, Robert Schneider
Die stillgelegten Ölförderanlagen auf Gnitz zeugen noch heute von der jüngsten Geschichte der Halbinsel. © Adobe Stock, Robert Schneider

Unvergessliche Momente: Die schönsten Erlebnisse auf Gnitz

Gnitz bietet eine Fülle an unvergesslichen Erlebnissen. Ob ihr gerne gemütliche Spaziergänge macht, spannende Geschichten hautnah erleben wollt oder einfach nur entspannen möchtet – auf der Halbinsel Gnitz findet ihr garantiert euer persönliches Highlight. Hier sind einige der schönsten Erlebnisse, die ihr euch bei eurem geplanten Besuch auf keinen Fall entgehen lassen solltet:

Spaziergang am Möwenort

Der Möwenort liegt beim Naturschutzgebiet ‘Südspitze Gnitz’. Es handelt sich dabei um einen durch die Brandungsströmungen des Peenestroms entstandenen Sandhaken. Ein entspannender Spaziergang entlang dieses idyllischen Küstenstreifens bietet euch eine perfekte Auszeit und unvergessliche Momente der Ruhe und Schönheit. Die kleinen Buchten bieten euch die Möglichkeit zu entspannen, die Gedanken schweifen zu lassen und das Hier und Jetzt zu genießen.

Sonnenuntergänge am Weißen Berg

Mit seinen 32 Metern Höhe ist der Weiße Berg die höchste natürliche Erhebung der Halbinsel. Er besteht aus weißem Kalkstein und bietet euch eine der schönsten Aussichten über die Bucht Krumminer Wieck. Auf einer gemütlichen Decke sitzend lässt sich nach einem aufregenden Tag voller spannender Entdeckungen wunderbar beobachten, wie die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwindet und den Himmel in leuchtenden Orangetönen färbt. Das seichte Rauschen der Wellen und der freundliche Ruf der Möwen schaffen eine friedliche Atmosphäre, die den Tag in gelungener Harmonie vollendet.

Gemütliche Stunden im Gnitzer Seelchen

Das Gnitzer Seelchen ist ein kleines Café in Neuendorf und besticht durch seinen Charme und seine Herzlichkeit. Gerade bei einer längeren Wanderung kann einen auch zwischendrin gerne mal der kleine oder große Hunger überkommen. Neben einer herzlichen Bedienung findet ihr dort verschiedene Teesorten, leckeren Kaffee sowie hausgemachte und lokale Kuchenspezialitäten, wie unseren geliebten Sanddornkuchen oder den “Neuendorfer-Zupfkuchen”.

Lokale Kulinarik und Kunsthandwerk im Hofladen Villa Kunterbunt

Die Villa Kunterbunt in Neuendorf ist ein bezaubernder kleiner Hofladen, der eine Fülle an regionalen Produkten und Kunsthandwerk für euch zu bieten hat. Seit über 20 Jahren verkauft der Bio-Bauernhof selbstproduzierte Schafswolle, Marmelade, Honig, Säfte von der eigenen Streuobstwiese, leckeren Joghurt und vieles mehr. Ihr findet hier nicht nur etwas für die heimische Kochstube, sondern könnt euren Liebsten auch schöne Souvenirs mitbringen.

Eine Person genießt auf einer Bank den Ausblick von der Halbinsel Gnitz auf das Achterwasser. © Adobe Stock, stylefoto24
Die Halbinsel Gnitz bietet besonders in den Abendstunden einen der schönsten Ausblicke über das Achterwasser. © Adobe Stock, stylefoto24

Erlebt die Schönheit der Natur von Gnitz hautnah – Geheimtipp auf Usedom

Der Frühling hat Gnitz neues Leben eingehaucht. Nun steht der Sommer vor der Tür – die schönste Zeit, um die Natur der Halbinsel in ihrer vollen Pracht zu erleben. Kombiniert euren Besuch auf der blühenden Halbinsel mit einem Aufenthalt in unserem erstklassigen Strandhotel Prinz von Preußen in Zinnowitz. Von hier aus ist es auch nur ein Katzensprung in dieses kleine Naturidyll. Erkundet die einzigartigen Landschaften, lasst euch von der reichhaltigen Tiervielfalt und Geschichte begeistern und erlebt auf dem Weißen Berg, wie die Sonne ins orangegefärbte Wasser versinkt. Den späten Abend könnt ihr dann in gemütlichem Ambiente im Restaurant Lineti genießen und die vielfältigen Eindrücke eurer Entdeckungsreise revue passieren lassen – so werden unvergessliche Erinnerungen geschaffen.

Wir freuen uns auf euch!

Beitragsbild: © Adobe Stock, Malte Jäger

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